Alpenverein Sektion Salzburg
Bergsteigerdörfer
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Jugendliche
< Juli 2017 >
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Radtour ins Weidmoos, ins Ibmer Moor und nach Moosdorf (bis 9.12.17)

Charakteristik:

Leichte, 27 km lange Radtour. Höhendifferenz: 65 Höhenmeter vom Ibmer Moor nach Moosdorf hinauf, ansonsten gering.

Tourenbeschreibung:

Radtour: Die Rundtour beginnt beim Bahnhof Lamprechtshausen. Sie führt vorerst etwa 100 m der Bahn entlang zurück, quert die Gleise und trifft auf die Straße nach Bürmoos, der man nach links etwa 200 m bis zur Zimmerei Strasser folgt. Hier nimmt die Grundlose Straße ihren Ausgang. Nach etwa 150 m durch eine schöne Birkenallee zweigt man nach rechts in die Stadlerseestraße ab und fährt am kleinen Stadlersee vorbei. Bald erreicht man die Straße nach Holzhausen und biegt nach links ab. In Holzhausen biegt man beim Gasthof Höfer rechts nach Maxdorf ab. In der Talsohle des Weidmoosgebietes werden die Gleise der ehemaligen Bockerlbahn überquert, mit der der industriell abgebaute Torf zur Weiterverarbeitung nach Zehmemoos gefahren wurde.
Von dort lohnt sich ein Abstecher ins „Vogelparadies Weidmoos“: Bei der Gleiskreuzung links abbiegen und auf einem Schotterweg bis zu einem Radparkplatz am Waldrand fahren. Von dort geht man zu Fuß ins Natura-2000-Gebiet Weidmoos mit 1,5 km langem Themenweg, Infostelle und Aussichtsturm. In diesem für Salzburg einzigartigen Vogellebensraum kommen europaweit seltene Arten wie das Weißsternige Blaukehlchen und die Rohrweihe vor. Seit dem Ende des großflächigen Torfabbaus im Jahr 2000 wird das Weidmoos wiedervernässt und renaturiert (www.weidmoos.at).
In Maxdorf biegt die Route links ab. Am Ende von Maxdorf biegt sie nach links in die Außerfürther Landesstraße ein und führt an Innerfürth und Außerfürth vorbei. Wenige Fahrminuten nach Passieren der Landesgrenze nach Oberösterreich zweigt man rechts nach Hackenbuch ab.
Diese Ortschaft geht auf eine Industriesiedlung zurück. Sie entstand, als vor gut 100 Jahren die Glasfabrik Emmyhütte gebaut wurde. Der zur Glasschmelze benötigte Brennstoff, der Torf, war hier reichlich vorhanden. Die Bauern hatten an den Torfwiesen wenig Interesse. Es kamen viele Arbeiter und Taglöhner aus dem Ausland nach Hackenbuch. Die Glashütte ist schon lange verschwunden, geblieben sind die Arbeiterwohnhäuser. Im Gasthaus Leopolder kann man täglich außer Montag und Dienstag einen Moorschauraum besichtigen und Videos über das Moor anschauen.
Etwa 1 km nach Hackenbuch ergibt sich eine lohnende Fahrtunterbrechung. Ein Moorlehrpfad auf Holzplanken in der Nähe des Seeleitensees gibt Informationen über Entstehung, Flora und Fauna des Ibmer Moores, das als Natur- und Vogelschutzgebiet und als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen ist. Ein Teil davon ist der Pfeiferanger, dem auf Grund der selten gewordenen Pflanzenarten internationale Bedeutung zukommt. Nicht nur als Rückzugsgebiet für bedrohte Pflanzen und Tiere, auch wegen der Ästhetik gilt der Pfeiferanger als besonders wertvoll. Er ist mit 76 ha das letzte Reliktareal des einst 2000 ha umfassenden Moorkomplexes. Das Seeufer kann nicht betreten werden.
Nach diesem Abstecher zu Fuß radelt man auf der schnurgeraden Straße weiter nach Ibm. Vor etwa 18.000 Jahren war dieses Gebiet von Eisschollen (sogenannten Toteiskörpern) übersät, die während des Eiszerfalls durch die rasche nacheiszeitliche Erwärmung vom Hauptgletscher abgetrennt wurden. An diese Toteiskörper schütteten Flüsse und Bäche sandiges und schotteriges Material heran. Dabei entstanden terrassenartige Ebenen. Diese wurden in den folgenden Jahrtausenden zu Wallrücken umgestaltet und sind als Waldhügel neben Ibm zu sehen. Das Toteisphänomen könnte auch bei der Entstehung der Oberinnviertler Seenplatte mitgewirkt haben: Toteisblöcke wurden in der Abschmelzphase des Gletschers von mächtigen Flüssen mit Schottern zugedeckt. Ohne Sonneneinstrahlung schmolzen sie nur sehr langsam ab. Es entstand eine Hohlform, der sich die einsackende Oberfläche anpassen musste. Wenn es durch diese Verzögerung keine Einschotterung durch Flüsse mehr gab, blieb das Oberflächenwasser als See zurück. Vorausgesetzt, der Untergrund war aus wasserstauendem Material – so wie hier in Form des Salzburger Seetons.
Der Ort Ibm ist geschichtlich erstmals 1070 erwähnt, hatte ursprünglich ein Schloss mit Kapelle auf dem Schlossberg. Als Ersatz für das abgetragene Schloss mit Hauskapelle wurde 1903 eine neue Kapelle errichtet. Die Originalstatue Maria Hilf aus dem 15. Jh. aus der Schlosskapelle ist in der Kapelle aufgestellt.
In Ibm führt die Route bei dieser Kapelle geradeaus, zweigt 100 m rechts nach Moosdorf ab und biegt nach weiteren 100 m rechts in den Moorlehrpfad ein. Dieser führt in südöstlicher Richtung am Seeleitensee vorbei und links den eiszeitlichen Moränenwall hinauf nach Seeleiten zur Jausenstation Peer. Die wunderschöne Aussicht auf Moor, See und Alpen entschädigt für den ansteigenden und unbefestigten Weg (Benützung auf eigene Gefahr), auf dem man ein Stück weit das Rad schieben muss. Von der Jausenstation Peer führt eine Asphaltstraße vorerst steil bergauf und dann meist eben weiter. Etwa 100 m nach dem Beginn einer Gefällestrecke zweigt man rechts in einen Traktorweg ab (am Verkehrszeichen hängt das gelbe Via Nova Schild). 30 m hinter diesem Schild zweigt man links ab und fährt bis zur Landesstraße im Ort Moosdorf. Dort biegt man rechts ab und fährt bis zur Kirche. Auf dem Kirchenplatz - ein Ort voller Kraft und Einkehr - kann man das Moosdorfer Friedensmonument besichtigen. Es ist äußeres Zeichen dafür, dass sich Moosdorf zum Friedensdorf erklärt hat. Alle dürfen an der Friedensmauer weiterbauen. Im Gasthof Loiperdinger „zur Post“ unten an der Landesstraße kann man seinen Friedensziegelrohling durch Einritzen und Modellieren gestalten (Schließzeiten siehe bei Einkehrmöglichkeiten). Er wird dann gebrannt und ergänzt nach einiger Zeit die Friedensmauer. Das Ziegelformen ist auch bei der oben erwähnten Jausenstation Peer möglich.
Vom Gasthaus Loiperdinger fährt man etwa 100 m nach Norden zurück und biegt dann links in die Weichseestraße ab. Im Ort Weichsee biegt die Route in die zweite Straße nach links ab und verläuft dann nicht rechts nach Hackenbuch, sondern auf einem nichtasphaltierten Feldweg geradeaus. In Furkern biegt sie rechts in die Landesstraße ein. In Furkern befindet sich links der Landesstraße der Wirt und rechts gegenüber das Kino-Film-Museum (geöffnet Sonn- und Feiertag 14 – 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. 0676/3317104). Der Wirt z’Furkern ist in einem schönen Vierseithof untergebracht mit originellen Nebengebäuden wie Taubenhaus, Hofkapelle, Mostkeller, Getreidelager, Stall, Scheune und Rotwildgehege.
300 m südlich von Furkern biegt man nach rechts in einen Traktorweg ab und radelt bis Innerfürth. Am nördlichen Ortsrand von Maxdorf zweigt man rechts ab. Nahe des südlichen Ortsrandes von Maxdorf gibt es die Wahl: Wie bei der Hinfahrt über Holzhausen fahren oder geradeaus weiter nach Schwerting. Vor Schwerting ist rechts ein Wasserturm zu sehen. In Schwerting fährt man geradeaus. Die vielbefahrene Landesstraße wird unterfahren und der Radweg führt nach Lamprechtshausen hinein. Bei der Abzweigung nach Holzhausen kann man bei einem Zebrastreifen die Landesstraße überqueren und dann etwa 600 m Richtung Holzhausen fahren bis man auf die Stadlerseestraße trifft und auf ihr zum Bahnhof Lamprechtshausen zurückfährt.

Anmerkungen:

Tariftipp für Kleingruppen inklusive Radmitnahme:
Wochenendkarte für bis zu fünf Personen um 21 Euro, gilt in der Lokalbahn und in der Stadt Salzburg in Obus und Bus Samstag und Sonntag; Feiertagskarte für bis zu fünf Personen um 17 Euro, gilt in der Lokalbahn und in der Stadt Salzburg in Obus und Bus an Feiertagen; beide erhältlich auch beim Zugbegleitpersonal in der Lokalbahn.

Einkehrmöglichkeiten:
Hackenbuch Gasthof Leopolder (Ruhetage Montag, Dienstag), Tel. 07748/6808
Ibm Gasthaus Hauser (geöffnet an Sonn- und Feiertagen), Tel. 07748/2216
Ibm Gasthaus Maximilian (geöffnet Donnerstag und Freitag ab 16 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag ab 10 Uhr), Tel. 07748/6410, www.haus-maximilian.at
Seeleiten Jausenstation Peer (kein Ruhetag), Tel. 07748/6464
Moosdorf Gasthof Loiperdinger „zur Post“ (Ruhetage Montag, Dienstag. Von Mittwoch bis Freitag ist nachmittags 14 bis 17 Uhr geschlossen), Tel. 07748/2319
Moosdorf Gasthof Dürager (Ruhetag Dienstag), Tel. 07748/68512
Wirt z’Furkern (Ruhetage Montag, Dienstag), Tel. 07748/6195
Schwerting Gasthof Mayr (Ruhetage Freitag, Samstag), Tel. 06274/6273

Info-Tel.: 07748/2666
Internet: www.weidmoos.at, www.lamprechtshausen.at, www.lamprechtshausen.net, www.hackenbuch.at, www.eggelsberg.at, www.moosdorf.ooe.gv.at, www.moosdorf.net (mit Filmen)
Über Ibm und Moosdorf findet man Informationen auch in www.pilgerweg-vianova.at, wenn man dort im Teilstück III (Mühlheim – Berndorf) diese Ortsnamen anklickt.

An- und Rückreise

Anreise

Mit der Lokalbahn ab Salzburg Lokalbahnhof zu jeder vollen und halben Stunde bis zum Bahnhof Lamprechtshausen (Fahrzeit 35 Minuten).

Rückreise

Mit der Lokalbahn ab Bahnhof Lamprechtshausen stündlich zur Minute .10 und .40.

Anreise

Mit der S-Bahn oder Regionalexpresszügen REX mindestens stündlich Fahrmöglichkeiten aus Richtung Straßwalchen nach Salzburg Hbf. Abfahrt in Straßwalchen meist zur Minute .11 und .46, Ankunft in Salzburg Hbf meist zur Minute .44 und .18. Dann mit der Lokalbahn ab Salzburg Lokalbahnhof zu jeder vollen und halben Stunde bis Lamprechtshausen (Fahrzeit 35 Minuten).
Für S-Bahn bzw. REX-Zug vor Fahrtantritt Fahrkarten für Personen (man kann bis Lamprechtshausen durchlösen) und Fahrrad lösen.

Rückreise

Mit der Lokalbahn ab Bahnhof Lamprechtshausen stündlich zur Minute .10 und .40.
Ab Hauptbahnhof stündlich zur Minute .18 mit der S-Bahn Richtung Straßwalchen
sowie Regionalexpresszug REX mit Halt in Seekirchen, Neumarkt, Steindorf und Straßwalchen täglich stündlich zur Minute .39 bis 20.39 Uhr.

Anreise

Mit der Lokalbahn ab Salzburg Lokalbahnhof zu jeder vollen und halben Stunde bis zum Bahnhof Lamprechtshausen (Fahrzeit 35 Minuten). Zum Salzburger Lokalbahnhof kommt man vom Tennengau aus mit der S-Bahn (an Werktagen alle 30 Minuten, an Sonn- und Feiertagen alle 60 Minuten) oder ab Hallein, Kuchl und Golling mit Regionalexpress-Zügen REX (alle zwei Stunden). Für S-Bahn bzw. REX-Zug vor Fahrtantritt Karten für Personen (man kann bis Lamprechtshausen durchlösen) und Fahrrad lösen.

Rückreise

Mit der Lokalbahn ab Bahnhof Lamprechtshausen stündlich zur Minute .10 und .40.
Ab Salzburg Hauptbahnhof mit der S-Bahn täglich stündlich zur Minute .21 sowie täglich nach Hallein und Golling mit Regionalexpress um 15.08, 17.08 und 19.08 Uhr.
Zusätzlich an Werktagen außer Samstag: S-Bahn stündlich zur Minute .51 bis 18.51 sowie Regionalexpresszug mit Halt in Hallein, Kuchl und Golling um 16.41 und 17.41 Uhr.

Anreise

Mit der Lokalbahn ab Salzburg Lokalbahnhof zu jeder vollen und halben Stunde bis zum Bahnhof Lamprechtshausen (Fahrzeit 35 Minuten).
Zum Salzburger Lokalbahnhof kommt man an Werktagen vom Pongau aus mit dem Regionalexpress Schwarzach ab 6.12, St. Johann ab 6.18, Bischofshofen ab 6.28, Werfen ab 6.34, Salzburg Hbf an 7.15 und nachher stündlich mit der S-Bahn (Schwarzach ab 6.24 Uhr stündlich zur Minute .24, Salzburg Hbf an 7.40 usw.).
Für S-Bahn bzw. REX-Zug vor Fahrtantritt Karten für Personen (man kann bis Lamprechtshausen durchlösen) und Fahrrad lösen.
Nachfragen, ob bei mehr gemeinsam reisenden Personen das Einfach-Raus-Ticket mit Radmitnahme für zwei bis fünf Personen um 42 bis 54 Euro günstig ist. Dieses gilt zwar nicht auf der Lokalbahn, kann sich aber allein für die ÖBB-Strecke auszahlen.

Rückreise

Mit der Lokalbahn ab Bahnhof Lamprechtshausen stündlich zur Minute .10 und .40.
Ab Salzburg Hauptbahnhof mit der S-Bahn täglich stündlich zur Minute .21 sowie nach Werfen, Bischofshofen, St. Johann und Schwarzach mit Regionalexpress um 15.08, 17.08 und 19.08 Uhr.
Zusätzlich an Werktagen außer Samstag: Regionalexpress mit Halt in allen Haltepunkten zwischen Golling und Schwarzach Salzburg Hbf ab 16.41 und 17.41 Uhr.
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