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Romantische Winterwanderung zum Listsee

Wiederum war es für die Rad- und Wandergruppe 60+ spannend sich trotz der widrigen Wettervorhersage auf Wanderschaft zu begeben. Wir waren 15 Wettertaugliche die die Sonne im Herzen tragen und somit ist es egal ob es ob’s stürmt oder schneit.
 
Christa führte die zauberhafte Wanderung vom Thumsee zur Ruine Karlstein - ein kühner Adlerhorst der Grafen von Peilstein. Ende des 12. Jahrhundert lebte dort ein Burghauptmann namens „Karl“, nach dem vermutlich die gesamte Anlage benannt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg im Jahre 1208. Viele Stufen sicher im Fels verankert, ließen uns schnell an Höhe gewinnen und schon durchschritten wir das Rundbogentor um in das Innere dieser beeindruckenden und geschichtsträchtigen Ruine zu gelangen. Inmitten der Burganlage befinden sich noch Reste einer Zisterne in der Regenwasser gesammelt wurde.
 
Unsere Blicke streiften zur schneebedeckten Zwiesl und dem imposant aussehenden Staufenmassiv, auch suchten wir dabei den Aufstieg unseres geliebten Goldtropfsteiges. Mit vielen Eindrücken bereichert, stiegen wir von diesem exponierten „Adlerhorst“ wieder ab um dann wiederum steil und auf sicheren Granitstufen zur katholischen Wallfahrtskirche St. Pankraz emporzusteigen. Diese wunderschön restaurierte Kirche befindet sich 145 Meter über dem Talgrund auf dem sogenannten Pankrazfelsen, welcher der Burgruine Karlstein vorgelagert ist. Erstmals wurden im Jahre 1130 kirchliche Kultgebäude im heutigen Karlstein erwähnt. Erzbischof Eberhard IV. von Salzburg erklärte 1427, dass man die Weihe der Pankrazkirche auf der Burg Karlstein am Alexiustag (17. Juli) zu feiern pflegt. Seitdem ist St. Pankraz als Kirchenpatron urkundlich nachweisbar. Im Jahre 1619 wurde die erste Wallfahrt zu diesem Kirchlein veranstaltet und auch Hochzeiten und Taufen wurden gefeiert. Wir stiegen noch zum Kreuz am vorgelagerten Felsen hinunter und genossen einen wunderbaren Blick auf Reichenhall.
 
Wiederum trippelten wir die Granitstufen talwärts und auf einem Feldsteiglein wanderten wir zum Listsee wo wir schon ganz schön im Schnee stapften. Die Bänke am Ufer dieses 0,4 Hektar großen Sees verleiteten uns zu einer ausgiebigen Rast um natürlich die mitgebrachten Köstlichkeiten (Knackwurst, Tee, Kekse, Haselnussschnapserl, selbstgemachten Nusslikör) zu genießen. Christa erzählte uns währenddessen einiges von dieser Gegend und dem See. So wird der Listsee von vielen unterirdischen Quellen gespeist, und das Gebiet rund um den Listsee ist ein wichtiges Wasserreservoir für die Trinkwasserversorgung von Bad Reichenhall. Auch das Reichenhaller Mineralwasser entspringt aus diesem Gebiet. Die Entstehung vom Listsee ist einer Sage nach von Riesen entstanden, diese Gestalten sollen die ganze Nacht auf der Waldwiese einen Rundtanz getanzt haben, wodurch sie dann den Waldboden so aufgestampft haben, dass sich ein großes Erdloch bildete. Dieses füllte sich alsbald mit Wasser und so entstand der Listsee. Wir schauten vergnügt im See den vielen Fischen zu, die sich an ein paar Brotkrümelchen von uns erfreuten.
 
Noch einen Schluck heißen Tee geschlürft und weiter ging es schneestapfend auf dem Höllbachweg ca. 150 Meter steil bergauf zur Anhöhe des Siebenpalven. Inzwischen ließ Frau Holle ihre weißen Daunenflocken auf uns rieseln und alle erfreuten sich dieser luftigen lockeren Schneeflocken die uns zum Abschluss dieser erlebnisreichen Winterwanderung einen Hauch von Romantik vermittelten. Christa hat uns schon im gemütlichen bayrischen Gasthaus angekündigt und so wurde ein großer Tisch liebevoll gedeckt vorgefunden, die Stimmung war überaus lustig, ein purer Hochgenuss die Speisen, und das Bier schmeckt uns ja sowieso!
 
Christa Helpferer
 
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